Beschlussvorlage - BV-25-2025-031
Grunddaten
- Betreff:
-
Weiterführung der Planungen für das Nahwärmenetz in der Stadt Röbel/Müritz (LPH2 bis LPH4)
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- Bürgermeister
- Bearbeiter:
- Matthias Radtke
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Ausschuss für Bau- und Stadtentwicklung Röbel/Müritz
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Vorberatung
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11.09.2025
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Erledigt
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Finanzausschuss Röbel/Müritz
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Vorberatung
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16.09.2025
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Erledigt
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Hauptausschuss Röbel/Müritz
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Vorberatung
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Erledigt
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Stadtvertretung Röbel/Müritz
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Entscheidung
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30.09.2025
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Beschlussvorschlag
Die Stadtvertretung Röbel/Müritz beschließt, die Planung des Nahwärmenetzes auf Basis der Vorzugsvariante 2 (Wärmepumpensystem mit P2H) aus der Machbarkeitsstudie (LPH1) vom 03.07.2025 weiterzuführen.
Die Verwaltung wird beauftragt, die Fördermittel nach Modul 1 der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) für die Leistungsphasen 2 bis 4 zu beantragen.
Die Verwaltung wird weiterhin beauftragt, die Ausschreibungsunterlagen zur Vergabe der Planungsleistungen vorzubereiten.
Die Stadt erklärt sich bereit, bei positivem Fördermittelbescheid den Eigenanteil in Höhe von ca. 175.000 EUR (voraussichtlich 50 % der zuwendungsfähigen Planungskosten in Höhe von 350.000 EUR) im Haushalt darzustellen.
Sachverhalt
Die Stadt Röbel/Müritz verfolgt das Ziel, ihre Wärmeversorgung langfristig bezahlbar, sicher und klimafreundlich zu gestalten. Bereits mit Beschluss BV-25-2023-026 vom 06.06.2023 wurde die Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien / Nahwärmenetz Röbel“ eingerichtet, die das Thema fachlich begleiten und Empfehlungen an Bauausschuss und Stadtvertretung abgeben soll.
Am 04.06.2024 beschloss die Stadtvertretung die Erstellung einer Machbarkeitsstudie (BV-25-2024-014), die am 04.12.2024 (BV-25-2024-043) an die Firma energielenker projects GmbH vergeben wurde. Die Abschlusspräsentation fand am 24.06.2025 gemeinsam mit der Arbeitsgruppe und dem Bauausschuss statt.
In der Studie wurden drei Varianten zur zentralen Wärmeversorgung untersucht. Nach fachlicher Bewertung, insbesondere hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Klimaschutzwirkung, technischer Umsetzbarkeit und Förderfähigkeit, empfiehlt die Arbeitsgruppe die Variante 2 als Vorzugsvariante.
Diese Variante sieht ein zentrales Wärmeerzeugungssystem bestehend aus einer zweistufigen Wärmepumpenkaskade zur Grundlastdeckung sowie einer Power-to-Heat-Anlage zur Spitzenlastdeckung vor. Die Stromversorgung soll vorrangig durch lokal erzeugten Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen erfolgen. Die Wärme wird über ein warmes Nahwärmenetz (90/60 °C) an die Quartiere Gildekamp und Gotthunskamp verteilt. Angeschlossen werden können rund 146 Gebäude, darunter Wohngebäude sowie kommunale Einrichtungen (Schwimmhalle, Schulcampus, Turnhalle, Feuerwehr, Grundschule).
Die Variante erfüllt die technischen und förderrechtlichen Voraussetzungen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW). Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 18,41 Mio. €, wovon etwa 40 % (6,96 Mio. €) förderfähig sind. Der spezifische Wärmepreis liegt bei einer Anschlussquote von 90 % bei rund 155 €/MWh, was im Vergleich zu fossilen Heizsystemen langfristig wettbewerbsfähig ist. Die geschätzte CO₂-Einsparung liegt bei etwa 2.729 t/a im Vergleich zur bisherigen Versorgung mit Gas- und Ölkesseln.
Die Stadt Röbel/Müritz möchte nun zügig die nächsten Planungsschritte einleiten. Der Beschluss dient der Beantragung der BEW-Förderung für die Leistungsphasen 2 bis 4 (Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung) und der Vorbereitung einer Ausschreibung zur Vergabe dieser Planungsleistungen.Die geschätzten Planungskosten für die LPH 2 bis 4 liegen bei ca. 350.000 EUR.
